So wünschen wir es uns auch für uns. Wir streben eine perfekte Welt, eine perfekte Mikrozelle für uns und unsere nächste Umwelt an. Nur ist dies überhaupt möglich? Gibt es in der Evaluationsgeschichte irgendwo einen Hinweis auf eine Perfektion? Mir zumindest ist nichts bekannt. Die Welt und dazu gehört ja auch der Mensch, hat sich immer weiterentwickelt. Wir haben seit der Geburt gelernt, uns zu verbessern und aus den Erfahrungen zu lernen. Wir gehen also permanent weiter. Manchmal stehen wir still und schauen, ob das Vergangene auch gut ist. Konsolidieren, stabil werden, zurückschauen. Auch diese Zeit ist gut. Ich frage mich jedoch schon, was wäre wenn vor 70 bis 100 Jahren alles eingefroren worden wäre. Ja vieles ist früher besser gewesen! Auch diese Aussage mache ich mit meinen gut vierzig Jahren. In den letzten 70 Jahren würde die Kindersterblichkeit um 2/3 gesenkt, viele unheilbaren Krankheiten heilbar, die Lebenserwartung erhöht, usw. Stillstand ist also ein Rückschritt oder in der Geschichte nie von Erfolg gekrönt gewesen. Sind wir noch immer im Sandkasten und lassen sich so wie ein kleines Kind den Sand zwischen den Fingern hindurch gleiten? So schön das Bild auch in unsern Gedanken ist, hat sich doch jeder von uns weiterentwickelt.
So verstehe ich die Haltung von einzelnen Personen oder Gruppierungen nicht, welche immer nur bremsen und sich auf die alten Werte berufen und dem nachtrauern. Bremsen, bremsen und aus Prinzip bremsen und nein sagen. Das Alte ist „nicht schlecht“. Es gibt dazu jedoch ein „besser“ oder „gut“. Ich bin der Meinung, dass ein „nicht gut“ noch um Welten besser ist, als ein „nicht schlecht“. Also sind wir gut oder dann halt in einigen Fällen nicht gut. Keiner will doch „schlecht“ oder mal „nicht schlecht“ sein. Oder?
„Wer immer nur Probleme sieht, wird selbst zum Problem“. Jeder Mensch löst aus dem innersten heraus gerne Probleme. Grössere und kleinere. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen und nicht aus Prinzip einfach mal nein sagen.
Jeder Mensch löst gerne Probleme oder Herausforderungen. Wir sitzen nicht mehr im Sandkasten.
Geniessen Sie das nächste Mal einen Moment lang den Anblick eines spielenden Kindes im Sandkasten. Geniessen Sie die Freude, die Unbeschwertheit und nehmen einen Teil davon aktiv mit in die Zukunft.
