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Herr
Präsident, meine Damen und Herren
Für
die JCVP/CVP-Fraktion ist es besorgniserregend, dass die Gemeinde
Emmen trotz guter Wirtschaftslage für das Jahr 2008 mit einem
Defizit von über 2,5 Millionen rechnen muss. Aufgrund der Steuergesetzrevision
des Kantons mussten wir zwar mit massiven Ausfällen rechnen. Unsere
Fraktion hat aber mit Bedauern zu Kenntnis genommen, dass sich
auch die Finanzreform 08 eher negativ auf unsere Gemeindefinanzen
auswirkt.
Trotz
diesen negativen Aussichten wäre es aus unserer Sicht unverantwortlich
für das kommende Jahr weitere, übereilte Sparübungen durchzuführen.
Einerseits werden die Ausgaben bereits auf einem absoluten Minimum
gehalten, so dass weitere drastische Einsparungen die Attraktivität
der Gemeinde und die Wohnqualität von Emmen erheblich schmälern
würden. Andererseits ist das kommende Jahr ein Übergangsjahr mit
vielen Unbekannten. Die Auswirkungen der Steuergesetzrevision
und der Finanzreform 08 können noch nicht bis ins Detail beurteilt
werden. Letztlich ist zu hoffen, dass sich die kantonalen Reformen
weniger gravierend, als angenommen, auf die Emmer Gemeindefinanzen
auswirken werden. In einem Jahr liegen verlässlichere Zahlen vor.
Allfällige Massnahmen oder Sparpakete müssen dann neu diskutiert
werden. Es bleibt uns darum wohl nichts anderes übrig, als die
Kröte zu schlucken und auf den Voranschlag 2008 einzutreten und
ihn zu genehmigen. Die CVP wird dem Voranschlag 2008 somit zustimmen.
Trotzdem
möchten wir noch einige Punkte hervorheben:
1)
Die CVP forderte den Gemeinderat auf, die Honorare an Dritte möglichst
gering zu halten. Wir sind uns bewusst, dass diese Aufträge an
Dritte teilweise unumgänglich und notwendig sind. Trotzdem sehen
wir in diesem Bereich noch Sparpotenzial. Wir haben entsprechende
Anträge in der R+GPK gestellt und werden auch im Rahmen der Budgetdebatte
vereinzelt Kürzungen bei den Honoraren an Dritte beantragen.
2)
Die CVP hat erstaunt zur Kenntnis genommen, dass die Pensen in
der Verwaltung ausgebaut wurden. Insbesondere in der Bau- und
in der Finanzdirektion ist anscheinend im Jahr 2007 ein Stellenausbau
erfolgt.
3)
Höchst besorgniserregend ist aus unserer Sicht die Entwicklung
bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe. Gemäss Angaben des Gemeinderates
ist für das Jahr 2007 mit deutlich höheren Kosten als budgetiert
zu rechnen. Zudem fallen in Zukunft die Einnahmen aus dem Soziallastenausgleich
weg. Wir hoffen deswegen, dass die Budgetierung des Gemeinderates
in diesem Bereich nicht zu optimistisch ist.
4)
Die CVP-Frakion erwartet, dass die Mehrkosten beim Rektorat aufgrund
des neuen Geschäftleitungsmodells nur vorübergehend anfallen und
mittelfristig – gerade im Zusammenhang mit der Ablösung der Schulpflege
- kompensiert werden können.
5)
Wir haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass beim Restaurant
und den Sälen Gersag ein kleiner Gewinn budgetiert wird.
6)
Ebenfalls erfreulich sind die positiven Veränderungen bei den
Betagtenzentren, wobei zu berücksichtigen ist, dass dringende
Investitionen beim Betagtenheim Herdschwand anstehen.
7)
Positiv bewertet die CVP weiter, dass keine Buchgewinne zur Beschönigung
ins Budget eingeflossen sind.
Und
letztlich 8)
Die CVP dankt dem Gemeinderat zudem für die Beantwortung der Interpellation
betreffend tiefere Wasserkosten. Wie der Gemeinderat aufgezeigt
hat, besteht kein Grund, die Wasserzinse zu senken. Einerseits
stehen grosse Investitionen an, andererseits sind die Wasserzinse
bereits auf einem sehr tiefen Niveau. Eine Senkung des Wasserzinses
wäre gerade auch aus umweltpolitischer Sicht ein falsches Zeichen.
Insgesamt
ist unsere Fraktion mit der Arbeit des Gemeinderates zufrieden.
Sparbemühungen sind ersichtlich. Trotz dem budgetierten Defizit
sieht die CVP deshalb keinen Grund, den Voranschlag 2008 zurückzuweisen.
Nach dem Übergangsjahr 2008 – wenn die Auswirkungen der Steuergesetzrevision
und der Finanzreform 08 klar beurteilt werden können – ist aber,
wie bereits angetönt, eine neue Lagebeurteilung unumgänglich.
Christian
Blunschi
Einwohnerrat
JCVP Emmen
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